Venenmesswoche

Spannungs- und Schweregefühl, Kribbeln oder Juckreiz in den Beinen, geschwollene Knöchel oder sogar schon sichtbare Veränderungen an den Venen: All das können Symptome einer Venenschwäche sein.

Durch Veränderungen ihrer Struktur werden die Venen schlaff, können sich ausweiten und die in den Venen als kleine Ventile vorhandenen Venenklappen schließen nicht mehr effektiv.

 

Dann kann das sauerstoffarme “verbrauchte“ Blut nicht mehr leicht zum Herzen zurückfließen. Der Blutstau übt Druck auf die Gefäßwände aus, was zum Anschwellen des Gewebes führt, und die Sauerstoffarmut begünstigt schädigende Prozesse in den Venenwänden, also das Fortschreiten der Krankheit. Sie kann bis zu Venenentzündungen, Ekzemen und „offenen Bein“, also einem Geschwür, führen. Es können sich auch gefährliche Thrombosen entwickeln. Die Blutgerinsel können sich losreissen und mit dem Blutstrom beispielsweise ins Gehirn oder in die Lunge geraten. Dort verstopfen sie dann sehr leicht engere Blutgefäße und es kommt zu einem Schlaganfall bzw. einer Lungenembolie.

Bei Beschwerden sollte man sich daher unbedingt vom Arzt untersuchen lassen! Die Behandlung richtet sich nach der Art und Schwere der Venenerkrankung und den eventuell zusätzlich erschwerenden Krankheiten. Viele Einzelfaktoren haben Einfluss auf diesen Krankheitsprozess, der dazu neigt fortzuschreiten. Man kann ihn stoppen, aber die meisten Venenschäden nicht rückgängig machen. Daher ist es wichtig viel zu tun um das Entstehen und Fortschreiten der Venenschwäche zu bremsen. Krampfadern sollten grundsätzlich behandelt werden. Erbfaktoren, Übergewicht, Berufe mit stehenden Tätigkeiten, Schwangerschaften sowie zunehmendes Alter sind große Risikofaktoren.

Kompressionstherapie
Für die Dauerbehandlung der Venenschwäche sind Kompressionsstrümpfe und –strumpfhosen ein Grundpfeiler der Behandlung, vorausgesetzt der Patient kommt damit zu recht und es steht kein Grund wie Bewegungseinschränkungen, Herzschwäche oder arterielle Durchblutungsstörungen dagegen. Kompressionstherapie sollte daher vom Arzt verordnet werden. Moderne Kompressionsstrümpfe sind relativ dünn und in verschiedensten Qualitäten erhältlich. Ihre Wirkung hängt von der Stärke des ausgeübten Drucks ab. Deshalb werden sie in 4 Kompressionsklassen angeboten. Sie beugen nachweislich Thrombosen vor.
Für leichte Beschwerden wie geschwollene Beine und leichte Krampfadern können Stützstrümpfe oder Stützstrumpfhosen das Mittel der Wahl sein, da sie leichter anzuziehen und angenehmer zu tragen sind, weil sie weniger Druck ausüben als Kompressionsware.
Es gibt sie als „Nylonstrümpfe“ und auch mit hohem Baumwollanteil. Bei FUCHS+MÖLLER ist eine Auswahl davon vorrätig.

Was kann man für sich selber tun?
Wichtige Ratschläge für Venenpatienten , nach Professor C. Diem:
Fast alles, was mit Bewegung zu tun hat, ist für Ihre Beine gut.(spazieren gehen, Rad fahren, schwimmen, wandern).
Wenn sich langes Stehen und Sitzen nicht vermeiden lässt, öfter umhergehen, Zehenstände machen.
Ins Gewicht fällt Ihr Gewicht. Je mehr Last Ihre Beine zu tragen haben, um so mehr werden sie belastet. Machen Sie es Ihren Beinen leicht und versuchen Sie, unnötige Pfunde loszuwerden.
Trinken Sie pro Tag mindestens 2 Liter Wasser, im Sommer 3 Liter. Achten Sie darauf, dass die Getränke nicht zu viel Kochsalz enthalten.
Ernähren Sie sich gesund und faserreich. Chronische Verstopfung bekämpfen: Stuhlgang durch ballaststoffreiche Kost regulieren, denn starkes Pressen beim Stuhlgang ist ein wesentlicher Faktor bei der Krampfaderneubildung.
Flaches, bequemes Schuhwerk tragen(keine spitzen Schuhe mit hochhackigen Absätzen). Am günstigsten ist ein leicht erhöhter Absatz und eine gute Fußbetteinlage. Barfuß gehen ist gesund, wenn nicht zusätzlich eine arterielle Verschlusskrankheit der Beine oder Zuckerkrankheit vorliegt.
Beine öfter kalt (nicht eiskalt) abduschen oder Wechselduschen mit kaltem (10-16°C) und warmem Wasser (38° C) sind eine Wohltat für die Beine. Führen Sie den Wasserstrahl außen am Bein hoch bis zur Leiste. Wiederholen Sie den Vorgang auf der Innenseite. Wechselwarme Anwendungen sollten immer mit kaltem Wasser beendet werden. Auch Kneipp’sches Wassertreten tut Ihren Venen gut.
Hoch das Bein! Nehmen Sie sich tagsüber und am Abend Zeit, die Beine hochzulegen. Stellen Sie das Fußende des Bettes einfach um 3 bis 5 Zentimeter hoch.
Wenn vom Arzt verordnet, täglich Kompressionsstrümpfe tragen (am besten bereits vor dem Aufstehen anziehen) bzw. die abschwellenden Medikamente (Ödemprotektiva) nach Vorschrift einnehmen. Im Rahmen der medikamentösen Therapie sollten jedoch nur Stoffgruppen zum Einsatz kommen, deren therapeutischer Effekt durch kontrollierte Studien belegt ist.

SSS- und LLL- Regel :
Sitzen und Stehen ist Schlecht, Lieber Liegen oder Laufen.

Vermeiden:
Isometrische Übungen (Krafttraining, Gewichtheben) sollten vermieden werden.
Vermeiden Sie das Tragen überschwerer Lasten.
Vermeiden Sie enge Kleidung (enge Hosen, straffe Mieder, Strumpf- und Gummibänder, enge Gürtel).
Vermeiden Sie Nikotin und Alkohol im Übermaß.
Ungünstig ist alles, was die Vene erweitert: Heiße Bäder, ausgiebige Sonnenbestrahlung, zu lange Saunagänge.
Generelle Empfehlung: Hitze und pralle Sonne meiden.

Venenunterstützende Maßnahmen
Beine so oft wie möglich hochlegen
Spezielle Gymnastik für die Beinmuskulatur
Kühle Beinbäder
Hitze meiden
Möglichst viel Bewegung (z.B. Schwimmen, Fahrradfahren)
Kompressionsstrümpfe

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