Rückenschmerzen sind nicht gleich Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind nicht gleich Rückenschmerzen

Nicht in allen Fällen findet man eine eindeutige Ursache für Rückenschmerzen. Oft stehen Rückenschmerzen im Zusammenhang mit der Muskulatur: Ist diese untrainiert, ist sie folglich weniger belastbar und somit anfälliger für Verspannungen, Schmerzen und Verhärtungen der Muskulatur. Auch eine Überlastung oder einseitige Fehlbelastung der Muskulatur – zum Beispiel beim Bücken, beim Heben, bei der Gartenarbeit oder bei ungewohnten Anstrengungen – kann plötzliche Schmerzen auslösen und zu eingeschränkter Beweglichkeit führen. Im Volksmund spricht man dann von einem steifen Rücken – Bewegungen sind mit erheblichen Schmerzen verbunden und die Betroffenen können sich nur schwer aufrichten oder vorbeugen. Oft ist die akut verspannte und verhärtete Muskulatur spür- und tastbar.


Ein bekanntes Beispiel: der Hexenschuss
Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen für Rückenschmerzen. Als Hexenschuss werden im Volksmund plötzliche Kreuzschmerzen bezeichnet – der medizinische Fachausdruck lautet "Lumbago" oder "Lumbalgie". Ein Hexenschuss kann unterschiedliche Ursachen haben. Er kann zum Beispiel auftreten, wenn die Rückenmuskulatur geschwächt ist und dann eine ungeschickte ruckartige Bewegung ausgeübt wird. Manchmal kann der Hexenschuss auch die Folge eines Bandscheibenverschleißes oder eines gereizten Ischiasnervs sein. Ein Indiz für einen gereizten Ischiasnerv ist zum Beispiel ein ausstrahlender Schmerz in die Beine. Der Hexenschuss zeichnet sich also durch eine Vielzahl möglicher Ursachen und individuell sehr unterschiedlicher Verläufe aus. In der Regel lassen die Beschwerden bei einem einfachen Hexenschuss nach einigen Tagen nach.

Wenn jede Bewegung wehtut – der Hexenschuss ist die bekannteste Form der Rückenschmerzen.
In welchen Fällen oder bei welchen Symptomen Sie den Arzt aufsuchen sollten, finden Sie direkt im nächsten Abschnitt. In der Regel kann der Arzt bereits anhand der Krankengeschichte, der Symptome, des Verlaufs der Beschwerden sowie nach einer körperlichen Untersuchung eine Diagnose stellen.


Rückenschmerzen: Wann Sie zum Arzt gehen sollten
Schmerzt der Rücken schon länger? Dann sollten Sie einen Arzt konsultieren.


Treten Rückenschmerzen auf, nachdem Sie sich eine Verletzung zugezogen haben, oder sollten Sie unter folgenden Symptomen leiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren.


Rötungen, Schwellungen, Überwärmung, begleitendes Fieber
Starke Schmerzen, anhaltende Beschwerden
Schmerzen, die in die Beine ausstrahlen
Begleitende neurologische Beschwerden wie Taubheitsgefühl oder Kribbeln
Kontrollverlust bei Stuhlgang oder Wasserlassen
Lähmung in Armen oder Beinen


Der Bandscheibenvorfall
Zwischen den Wirbelkörpern befinden sich die Bandscheiben.
Damit unser Körper ausreichend gestützt wird und gleichzeitig flexibel bleibt, besitzt unsere Wirbelsäule Wirbelkörper und Bandscheiben. Im Inneren der Bandscheiben befindet sich der "Gallertkern", der von einem Faserring umgeben ist. Mit zunehmendem Alter sinkt der Wassergehalt und somit die Elastizität der Bandscheibe. Bekommt der Faserring Risse, kann sich der Gallertkern nach außen vorwölben und drückt dann gegen Nerven am Rückenmark. Es  kann zu Schmerzen, Lähmungen und Gefühlsstörungen kommen.

Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall sollten Sie direkt mit einem Arzt sprechen.

Rückenschmerzen im Griff
Da Rückenschmerzen häufig auf ein muskuläres Problem zurückzuführen sind, können Sie selbst aktiv Ihren Rücken fit halten. Trainieren Sie Ihren Rücken, bewegen Sie sich ausreichend und führen Sie spezielle Übungen durch, die Ihren Rücken stärken.

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