Mythen über Rückenschmerzen

Mythen über Rückenschmerzen

Nicht jeder Rat ist ein guter Rat. Auf welchen Sie weiterhin vertrauen und welchen Sie ab heute meiden sollten, erfahren Sie hier.


Ich kann nichts dagegen tun!
Doch, das können Sie! Natürlich benötigt jeder Patient seine individuelle Diagnose und Lösung. Wer unter Rückenschmerzen leidet, braucht ein individuell angepasstes, medizinisch abgestimmtes Behandlungs- und Therapiekonzept. Ein wichtiger Aspekt ist für viele Patienten der Sport, zum Beispiel in Form von Gymnastik oder rückenstärkendem Krafttraining. Beginnen Sie nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Therapeuten mit einem täglichen Programm, fangen Sie mit wenigen Übungen an und versuchen Sie, Ihre sportliche Leistung langsam zu steigern.


Aber Vorsicht: Tritt keine Linderung ein oder verschlimmern sich Ihre Beschwerden, sollten Sie unbedingt erneut einen Arzt oder Therapeuten konsultieren, um weitere oder alternative Therapiemöglichkeiten zu besprechen.


Akute Beschwerden: Ich muss mich sofort ruhigstellen, dann verschwindet der Schmerz

Bei akuten Schmerzzuständen, wie zum Beispiel Hexenschuss, oder einer Überlastung des Rückens hilft Schonung als erste Sofortmaßnahme tatsächlich gegen die Schmerzen. Nichtsdestotrotz dauert diese Akut-Phase normalerweise nicht länger als ein paar Tage an. Um nachhaltig gegen Rückenschmerzen vorzugehen, sollten Sie die Rückenmuskeln stärken und Bewegung in Ihren Alltag integrieren. Denn Rücken- und Bauchmuskeln gleichmäßig zu beanspruchen, kann die Heilung beschleunigen und zukünftige Verletzungen verhindern. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Übungen oder welche Sportarten für Sie und Ihre Beschwerden ideal sind.


Rückenschmerzen bremsen uns im Alltag aus - bleiben Sie dennoch in Bewegung, denn Stärkung bedeutet Vorbeugung.


Wer Sport treibt, bleibt von Rückenschmerzen verschont
Nicht ganz. Selbst für sehr sportliche Menschen gibt es keine Garantien: Auch sie bekommen hin und wieder Rückenschmerzen. Aber wer gut in Form ist, leidet weniger häufig und weniger heftig. Treten die Schmerzen immer wieder auf, sollten Sie einen Arzt um Rat fragen.

Grundsätzlich gilt: Regelmäßiges Training, das sowohl Übungen zur Kräftigung der Muskulatur als auch entspannende Dehnungsübungen umfasst, ist der beste Schutz gegen Rückenprobleme.


Wenn der Rücken wehtut, ist es meistens etwas Schwerwiegendes
Fast jeder bekommt in seinem Leben Rückenschmerzen. In rund 90% der Fälle haben diese aber keine schwerwiegende oder gefährliche Ursache. In der Regel verschwinden akute Schmerzzustände innerhalb weniger Tage wieder. Aber: Es ist nicht ungewöhnlich, dass Rückenschmerzen immer mal wieder auftreten.


Die Bandscheibe ist schuld
Veränderungen an den Bandscheiben kommen häufig vor, stehen aber oft nicht mit der Stärke der Schmerzen im Zusammenhang. Viele Veränderungen der Bandscheibe sind zudem auch altersbedingt und so normal wie graue Haare. Das muss aber nicht bedeuten, dass Sie unter Beschwerden leiden müssen.


Bei mehr als 50 % der 35-Jährigen zeigen sich bereits Abnutzungen der Bandscheibe. 40 % der 40-Jährigen und 50 % der 50-Jährigen haben erste Bandscheibenschäden. Oft haben die Betroffenen keinerlei Beschwerden.


Bei falscher oder zu starker Belastung wird der Rücken beschädigt
Ihr Körper hält viel aus, auch den schweren Einkaufskorb – wenn Sie es nur richtig angehen.
Die Wirbelsäule ist eines der stabilsten Konstruktionselemente des Körpers.


Die Lendenwirbelsäule besteht aus soliden Knochen und bekommt durch die Bandscheiben und die Wirbelgelenke sowohl Festigkeit als auch Beweglichkeit. Für zusätzliche Stabilität sorgen kräftige Sehnen und Bänder sowie starke Muskeln. Die Wirbelsäule kann zum Beispiel mit bis zu
1,5 Tonnen Gewicht belastet werden, ohne Schaden zu nehmen. Treten Beschwerden auf, ist das häufig eher auf eine untrainierte Rumpfmuskulatur zurückzuführen.

Dagegen können Sie ganz pro-aktiv vorgehen: Trainieren Sie regelmäßig und stärken Sie Rücken- und Bauchmuskeln.

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