Kompressionsstrümpfe

Wirkungsweise

Kompressionsstrümpfe können verhindern, dass das Blut in den Beinen „versackt“. Sie üben von außen einen Druck auf die erweiterten Venen aus und engen damit ihren Durchmesser bis auf ein Drittel ein.

Ist der Venenquerschnitt verengt, können die Venenklappen wieder besser schließen. Der bessere Rückfluss des Blutes zum Herzen senkt dann sowohl die Gefahr der Thrombose als auch die Gefahr einer Embolie.

Parallel dazu werden durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen die Stoffwechselvorgänge im Bein günstig beeinflusst und der Druck von außen wirkt der Bildung von Ödemen (Wassereinlagerungen) entgegen.

 

Anfertigung und Klassen

Kompressionsstrümpfe kann der Arzt verordnen und die Krankenkassen erstatten in der Regel zwei Paar in jedem Jahr. Diese Strümpfe werden genau auf die Beine angepasst, manchmal sogar extra angefertigt. Heute sind Kompressionsstrümpfe nicht mehr klassisch braun und hässlich, in ihrer Optik und im Tragekomfort sind sie den Strumpfhosen schon ziemlich ähnlich.

Je nach Art der Erkrankung gibt es vier unterschiedliche Klassen von Kompressionsstrümpfen, die zur Anwendung kommen können. Dabei wird Klasse I bei leichten Venenproblemen und in der Schwangerschaft getragen und Klasse IV bei schweren Problemen mit den Venen.

 

Merkmale eines guten Kompressionsstrumpfes

Unter einem Kompressionsstrumpf versteht man ein spezielles medizinisches Hilfsmittel zur Behandlung oder Vorbeugung von Venenleiden. Zum Einsatz kommen die Strümpfe vor allem bei Beinvenenthrombosen und Krampfadern (Varizen).

Venenerkrankungen

Bei Venenerkrankungen können sich die Venenklappen, die dafür sorgen, dass es nicht zu einem Rückstrom des zum Herzen fließenden Bluts kommt, nicht mehr richtig schließen. Infolgedessen tritt ein regelrechtes Versacken des Blutes in den Beinen ein, wodurch ein noch schlechterer Klappenverschluss die Folge ist.

Vorbeugende Maßnahme

Um diesem Vorgang entgegenzuwirken, setzt man medizinische Kompressionsstrümpfe ein. Diese üben von außen Druck auf das Gewebe des Beins aus, wodurch

•     das Venen- oder Lymphsystem entlastet wird und

•     die Venenklappen sich wieder besser schließen können.

Weitere positive Effekte sind

•     eine erhöhte Fließgeschwindigkeit des Bluts sowie

•     die Unterstützung der Muskelpumpe.

Auf diese Weise werden die Venen vor weiterer Überdehnung geschützt und noch mehr Stauungen verhindert. Da es wieder zu einem besseren Rückfluss des Blutes zum Herzen kommt, sinkt auch das Risiko von Thrombosen und Embolien. Darüber hinaus beugen Kompressionsstrümpfe auch der Bildung von Ödemen vor.

Risikofaktoren

Vor allem bei Risikofaktoren wie

•      langen, sitzenden Tätigkeiten

•      langen Reisen

•      Bettlägerigkeit oder

•      erhöhter Blutgerinnungsneigung

ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen zu empfehlen. Falls notwendig, können die medizinischen Strümpfe auch ärztlich verordnet werden.

Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für zwei Paar pro Jahr.

Größe und Material

Ein guter Kompressionsstrumpf muss

•      genauestens vermessen und

•      an die Beine des Patienten angepasst werden.

In manchen Fällen kann auch eine Sonderanfertigung erforderlich sein. Außerdem

•      muss das Material fest sein und

•      Druck ausüben.

Des Weiteren sollte der Strumpf

•      mindestens ein halbes Jahr halten.

Mittlerweile gibt es auch gute Kompressionsstrümpfe in verschiedenen Farben und ansprechender Optik, sodass sie oftmals herkömmlichen Strumpfhosen ähneln. Die klassischen braunen und hässlich wirkenden Kompressionsstrümpfe gehören dagegen der Vergangenheit an.

Klassen

Bei Kompressionsstrümpfen unterscheidet man nach vier verschiedenen Klassen, die sich vor allem durch unterschiedlich starke Druckausübung und Materialfestigkeit voneinander unterscheiden.

1.     So kommen Strümpfe der Klasse I bei schweren und müden Beinen zur Anwendung.

2.     Klasse II trägt man bei stärkeren Beschwerden und Krampfadern

3.     Klasse III bei chronischer Veneninsuffizienz und

4.     Klasse IV kommt bei starken Beschwerden und Lymphödemen zur Anwendung.

So ermittelt man seine Größe bei Kompressionsstrümpfen

Es gilt, die Beine für die passende Größe der Strümpfe genauestens auszumessen

Kompressionsstrümpfe werden zur Behandlung von Venenschäden getragen. Damit sie auch ihre Wirkung entfalten können, müssen sie die richtige Größe haben.

Klassifizierung

Je nach Schweregrad der Venenschwäche werden die Kompressionsstrümpfe in die Klassen I–IV unterteilt.

•       Während Strümpfe der Klasse I bei leichteren Venenleiden zur Anwendung kommen,

•       Klasse II bei Krampfadern

•       Klasse III bei chronischer Venenschwäche und

•       Klasse IV bei stark ausgeprägten Beschwerden sowie Lymphödemen

an. Welche Art von Strumpf benötigt wird, hängt also von der Art der Venenerkrankung ab und ist individuell verschieden.

Erwerb der Strümpfe

In der Regel werden Kompressionsstrümpfe vom Arzt per Rezept verschrieben. Erhältlich sind sie bei FUCHS+MÖLLER. Normalerweise werden die Kosten für zwei Paar pro Jahr von den Krankenkassen übernommen.

Passgenauer Sitz

Damit die Kompressionsstrümpfe ihre volle positive Wirkung entfalten können, ist es wichtig, dass man sie exakt an die Beine des Patienten anpasst. Um festzustellen, ob der Patient einen Serienstrumpf tragen kann oder ob er eine Sonderanfertigung benötigt, muss die genaue Größe der Beine ermittelt werden.

Dazu werden die Beine in ödemfreien und stehenden Zustand ausgemessen. Da jedes Bein im Normalfall unterschiedlich lang ist und auch einen anderen Durchmesser hat, ist es erforderlich beide Beine auszumessen. Länge und Umfang werden vom Fachpersonal des Sanitätshauses durch eine Messung per Hand an bestimmten Punkten des Beins festgestellt.

Daneben gibt es auch ein moderneres Mess-Verfahren, das als Image 3D bezeichnet wird. Bei dieser berührungslosen Mess-Methode stellt man die nötigen Daten präzise mithilfe von digitalen Fotografien fest, was für den Patienten wesentlich bequemer ist.

Pflege

Hat man die passenden Kompressionsstrümpfe erhalten, sollte man sie gut pflegen. Am besten wäscht man sie täglich bei Temperaturen bis zu 30 Grad Celsius mit der Hand oder im Schonwaschgang der Waschmaschine. Dabei sollte man ein Feinwaschmittel benutzen und auf Weichspüler verzichten.

Zum Trocknen dürfen die Strümpfe auf keinen Fall direkter Hitze, wie zum Beispiel durch die Heizung oder Sonneneinstrahlung, ausgesetzt werden.

Tipps zum An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen

Das Anziehen der Strümpfe fällt in den Morgenstunden am leichtesten

Kompressionsstrümpfe sind zur Behandlung und Linderung von Venenleiden sehr hilfreich. Es ist jedoch nicht immer ganz einfach, sie anzuziehen.

Morgens anziehen

Getragen werden Kompressionsstrümpfe morgens nach dem Aufstehen oder nach dem Gang ins Badezimmer. In den Morgenstunden lassen sich die Kompressionsstrümpfe leichter anlegen, da die Beine zur dieser Zeit noch nicht so geschwollen sind.

Das Anziehen eines Kompressionsstrumpfes ist jedoch nicht immer ganz einfach. Da er sehr eng ist, kann er nicht so problemlos wie ein normaler Strumpf übergezogen werden. Es gibt aber ein paar Möglichkeiten, wie man die Kompressionsstrümpfe leichter anziehen kann.

Gummihandschuhe anziehen

Um Beschädigungen an den Strümpfen zu vermeiden, wird empfohlen Gummihandschuhe oder auch Socken über die Hände zu ziehen, wenn man den Strumpf anlegen will. Dadurch hat man einen besseren Griff und verhindert zugleich, dass die Strümpfe durch Fingernägel oder Ringe in Mitleidenschaft gezogen werden.

Füße waschen

Vor dem Anziehen sollte man die Füße gründlich waschen und anschließend einpudern. Für den Fall, dass der Kompressionsstrumpf über einen Verband gezogen werden muss, ist es sinnvoll zuvor einen feinen Strumpf anzuziehen. Dadurch wird das Darüberziehen deutlich erleichtert

Gleitsocken

Für Kompressionsstrumpfmodelle mit offenen Zehen sind auch spezielle Gleitsocken erhältlich, die ebenfalls für ein leichteres Anziehen sorgen. Die Gleitsocken lassen sich danach wieder über die Zehen ausziehen. Dabei muss stets auf den guten Sitz der Ferse geachtet werden.

Hospitalbutler

Ein weiteres hilfreiches Utensil zum Anziehen der Kompressionsstrümpfe ist der so genannte Hospitalbutler, eine spezielle Anziehhilfe.

Das Ausziehen

Um die Kompressionsstrümpfe wieder auszuziehen, sollte man wiederum auf Gummihandschuhe zurückgreifen. Zum Ausziehen fasst man den Strumpf am oberen Rand von innen und außen an. Dann zieht man ihn nach unten, wobei sich die Innenseite nach außen kehren sollte. Anschließend wird rechts und links von der Achillessehne nachgefasst und der Strumpf komplett ausgezogen.

Bildnachweis: Juzo

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